Berlin: Lesung am 15.01.2017

Am Wochenende klopfen wir in Weimar den Zement der kommenden Die Epilog fest, hoffen wir zumindest, am Sonntagabend bin ich dann wiederum schon auf einer Berliner Bühne, und zwar im schönen Mainstream-Dildo-Laden Fun Factory Store am Hackeschen Markt- das ist nämlich so der Humor der Leute hinter dem ZurQuelle-Magazin, das sich jetzt als ‚richtiges‘ Magazin aufstellt und Ausgabe #14 mit einer Lesung releast: Es geht um die ‚Provinz‘, und weil ich fränkische Massaker und saarländische Clubs mittlerweile über habe, lese-wise, gibt es als Premiere on stage einen alten Text über den Provinzkomiker Fips Asmussen (aus Die Epilog #4) – da bleibt kein Auge trocken!  Kommt rum, ich freue mich!

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Out now: Jungle World 1/2017

In der aktuellen Jungle World: Mein kleiner Text zum gemeinsamen Konzeptwerk des australischen Komponisten Chris Cobilis (mit dem ich auch ein kleines Interview führen durfte) und des hochspannenden US-Dichters und Literaturtheoretikers Kenneth Goldsmith („Wasting Time on the Internet“, „Uncreative Writing“) – es geht um Okularzentrismus, Facebook, Pannenshows der 80er und die Fragem, warum die Sonne so pur narzisstisch war, die Menschheit zu erschaffen.

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Out now: Intro #248

Die letzte Intro des Jahres ist zugleich die Geburtstagsintro – und featured meine Reviews zu den tollen Tasseomancy und der leider nicht so sexismusbewussten Zusammenstellung „Pop Ambient 2017“. Außerdem drin, of course: Die Jahrescharts, auch mit meiner Top 10 2016 – vorne: Die Heiterkeit (Alben) und The Avalanches mit „Because I’m Me“ (Songs).

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Out now: Hant #8

Dass Texte, dich ich irgendwie völlig drüber nachts im Berghain schreibe, unredigiert von ernstzunehmenden Magazinen veröffentlicht werden, heißt wahrscheinlich, dass ich doch ein ganz guter Autor bin. Was es leider auch heißt: Wie scheiße, dass ich außerhalb solcher Kontexte einfach keinen Schreibrhythmus entwickelt kriege, mit dem ich wirklich arbeiten könnte. Dass ich mich also nie hinsetze und konzentriert was schreibe, sondern das indeed oft genug irgendwie aufgelöst und spontan am Ende von Nächten steht, warum auch immer, Faulheit, zu wenig Selbstvertrauen, Hirn woanders. Und wie furchtbar, dass also dann, im Umkehrschluss, wo eigentlich Entgrenzung und Hedonismus stehen sollte, bei mir offensichtlich das maximale Auf-mich-Geworfensein des Schreibprozesses steht – oder ist das Quatsch, das so konservativ zu denken? Ist Tanzen und Sex gar nicht psychohygienisch wichtiger als so ein paar Zeilen, ja? Fakt: Im neu & chick gestalteten HANT – Magazin für Fotografie #8, „Das weiße Rauschen“, kamen die Vibes doch irgendwie an, man setzte den Text neben eine tiefschwarze SM-Bildstrecke. Gleichzeitig verweist dieser Auszug auf den Fortgang des „Rintfleisch Nothschrei“-Projekts – war der im Mai im Denkzeichen der Volksbühne veröffentlichte Teil noch vom Sound einer Litanei oder eines hymnischen Klagerituals geprägt, gewinnt dieser Absatz, der dem ‚Nothschrei‘ näher steht als dem ‚Rintfleisch‘, vielleicht (aber sicher nicht nur) den Umständen entsprechend einen ganz andern Sound, der springt richtig umher, ist fassungslos euphorisch und verliebt und gibt sogar dem armen Friedrich Krauss das Recht auf Utopie. Da hoffentlich bald weiter, dann!

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Lesung Leipzig 19.11.2016

Am Samstag, 19.11., lese ich im Rahmen eines kleines Festivals in der (ja schon ziemlich abgehängten, aber was soll’s) Alten Damenhandschuhfabrik – dem „Digitabulum“, bunt, aber, im Rahmen, geschmackssicher zusammenkuratiert zwischen Bildender Kunst, Literatur, Stoner-Rock, MDMA-Rave und was immer dazwischen liegen mag. Ich lese, und zwar kurz nach elf: „Rintfleisch Nothschrei“ in aktueller Version und estmals meinen neuen, alten Text „Sommer“.

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Porträt Kofelgschroa @ taz

So, trotzdem noch, und schön eigentlich, sich in die Tagespresse eines historischen, bescheuerten Tages geschrieben zu haben – heute in der taz: Meine Reportage aus Oberammergau: ‚Anti-Volk‘ und Bavarian Gothic ist die neue Platte von Kofelgschroa, denen ich ein neues, der niedlichen BR-Version entgegengesetztes Narrativ zu stricken versuche. Danke an Ariana Zustra for making this piece a better one!

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Out now: Intro #247

Ganz schön viel – und ganz schön viel Zwist und schlechte Laune von mir in der November-Intro: Nicolas Sturm wird von mir als eher mauer Kandidat porträtiert und rügt mich dafür etwas rüde bei Facebook ob eines Verhörers in einer englischsprachigen Zeile, dann nimmt mich Redakteur Steinbrink auch noch mit in die Spalter-Kolumne, wo ich die Lemon Twigs und ihr „Do Hollywood“ zurecht auch nur so lala gut finden kann (mit Ausrutschern nach oben, come on). Immerhin Doctorella send me their love von wegen Review, aber die Platte ist ja auch herzlichstens super. Dazu: Besprechungen von Bayonne (mit Namedropping deluxe: Phil Collins, Lubomyr Melnyk, Caribou, Roland Barthes u.a.) und Soft Hair („… abseitiger 1980er-Weichzeichner-Pop, der gerne ein Näschen queerer und weirder wäre als er ist und manchmal bloß nacherzählt, was als ‚Chillwave‘ zurecht schnell vergessen war.“)

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Out now: The Chop #9

Das süßteste neue Livemusik-Fanzine der Stadt – The Chop – hat mich gefragt, ob ich ein Feature zu Soft Grid machen mag, der neuen Band von Theresa von Golden Diskó Ship, Jana von The Dropout Patrol und Sam Slater. Und ich wollte und ich machte und jetzt ist es da: Schön gefaltet A3, Minimalschwarzweißdesign, zwischen Szenegeflüster, Kochrezepten und anderen irre-cuten Texten aus dem Herzen des Twee-Punk in einer Auflage von 750 – get your copy also schnell for free at Laidak, 8MM oder wo du dich sonst so rumtreibst!

Out now: ]trash[pool #7

Im Februar 2014, im Post-Depressions-Überschwang, kam ich mal kurz auf die eigentlich ganz schön gute Idee, mir einen Stapel How-To-Bücher zum kreativen Schreiben zu besorgen und mich für ein paar Wochen engagiert auszutoben. Das hat, wie man im Nachhinein sagen kann, meine Faulheit, was harte Arbeit an meinem Stil angeht, auch nicht verändert (siehe diese Satzstruktur!) und die Fiktion kommt mir auch immer noch einfach nicht naturally, aber ein einzelner recht schöner, melancholisch-surrealer Text mit kindlichem Du und Ich hat das doch überlebt, der irgendwie in Richtung lyrische Skizze gewandert ist, noch weiter auswucherte um Bezüge und Bilder und der jetzt, zweieinhalb Jahre später, im angemessen netten Magazin ]trash[pool, einer Zeitschrift für Literatur und Kunst, gelandet ist.

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